Spiegelung und Resonanz

Liebe Kolleginnen und Kollegen im Religionsunterricht,

das Reformationsjahr 2017 ist Geschichte, der „kirchliche Alltag“ hat uns wieder. Ich wünsche Ihnen, dass Sie an der einen oder anderen Veranstaltung zu den Reformationsfeierlichkeiten teilnehmen und dabei spüren konnten, dass wir Teil einer großen Bewegung sind, die auch heute noch anhält.

Vielleicht fragen Sie sich, was geblieben ist vom Reformationsjubiläum; was sich lohnt, mit hinüberzunehmen auch in den schulischen Alltag. Vielleicht ist es der alte, ur-evangelische Satz, dass wir geliebt und anerkannt sind nicht um unserer Leistung willen, sondern weil wir gewollt und geliebt sind. Dass wir schön werden, wenn uns jemand anschaut. Dass wir liebenswert sind, weil uns jemand mit den Augen der Liebe anschaut. Meine Schönheit und meine Liebenswürdigkeit sind nicht selbstgemacht und  selbstproduziert, ich verdanke sie nicht mir. Vielmehr erkenne ich all das im Blick der Liebe, der mich von außen trifft. Dieser Blick erst befreit mich davon, Produzent bzw. Produzentin meiner selbst zu sein und mich in der Selbstspiegelung schön finden zu müssen.

Der bekannte Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer beschreibt in seinem Aufsatz „Die Bedeutung der Beziehung für schulisches Lehren und Lernen“, was sich in unserem Gehirn „abspielt“, wenn wir mit unseren Schülerinnen und Schülern in Beziehung treten. Zentral sind für ihn hierbei die Begriffe „Spiegelung“ und „Resonanz“ sowie Einfühlung und Führung. Ich freue mich sehr, dass uns Prof. Bauer auf den Seiten 2-8 dieses Rundbriefes einen wichtigen Aufsatz über die neurobiologischen Vorgänge beim Lehren und Lernen sowie über die Bedeutung der Beziehung dabei zur Verfügung stellt.
Ich wünsche Ihnen Gewinn beim Lesen des neuen Rundbriefs. Und darüber hinaus, dass Sie Ihre Schülerinnen und Schüler anschauen mögen mit dem liebevollen Blick, der an sie glaubt und ihre Potenziale fördern will.

Mit herzlichen Grüßen zum 2. Halbjahr,
Ihr Schuldekan Helmut Mödritzer


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